(Anzeige) Eltern zu werden verändert alles – auch die Partnerschaft. Plötzlich dreht sich der Alltag um Schlafmangel, To-do-Listen, Mental Load und die Bedürfnisse eines kleinen Menschen. Nähe wird seltener, Gespräche kürzer, Missverständnisse häufiger. Was früher leicht war, braucht jetzt bewusste Aufmerksamkeit. Und was vorher selbstverständlich schien, gerät im Trubel des Familienlebens manchmal leise in den Hintergrund: das Wir als Paar.
Dabei ist eine starke Partnerschaft kein Luxus, sondern ein Fundament – für Euch selbst und für Eure Kinder. Sie entsteht nicht automatisch, sondern wächst dort, wo Kommunikation, Wertschätzung und echtes Interesse füreinander Platz haben. Gerade in der Elternschaft zeigt sich, wie wichtig es ist, einander zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und gemeinsam weiterzugehen. Die gute Nachricht: Beziehungspflege muss nicht kompliziert sein. Oft sind es kleine Haltungsänderungen, ehrliche Gespräche und neue Perspektiven, die viel bewirken können.
Laura und Tobias Goldfarb kommen beide aus dem Ruhrpott bzw. Rheinland. Ihre Familien könnten nicht unterschiedlicher sein – bei Laura geht es jüdisch-argentinisch drunter und drüber, bei Tobias ist es ruhig und katholisch. Die beiden schätzen ihre Unterschiede und arbeiten vom ersten Tag an zusammen: sie sind also Arbeitspartner, beste Freunde und auch noch verheiratet – und stolze Eltern einer elfjährigen Tochter. Sie leben und arbeiten in Berlin, wo sie den Winter ertragen, aber die Vielfalt der Menschen in ihrer Praxis genießen. In ihren anderen Leben sind Laura Kabarettistin und Regisseurin und Tobias preisgekrönter Kinder- und Jugendbuchautor. Mit »Die 13 Beziehungswölfe« haben sie ihr erstes gemeinsames Buch geschrieben. In diesem Artikel teilen sie 12 konkrete, alltagstaugliche Tipps, wie Ihr Eure Partnerschaft trotz (oder gerade wegen) der Elternschaft lebendig, respektvoll und verbunden halten könnt.

Tipp 1: Hört einander zu
Hört einander zu, gebt einander Raum. Hört einander wirklich zu. Wir haben einen bekannten Paartherapeuten mit über 50 Jahren Berufserfahrung nach dem Fazit seiner Karriere gefragt. Er hob die Hände und rief: »Wenn sie doch endlich anfangen würden, einander zuzuhören!«
Tipp 2: Was Mama kann, kann Papa auch (und umgekehrt)
Gewöhnt Eure Kinder daran, dass beide Elternteile alles übernehmen können. Warum lässt sich die Tochter nur von Mama ins Bett bringen? Warum putzt der Sohn nur mit Papa die Zähne? Natürlich wuppt Ihr die Aufgaben unterschiedlich. Umso besser. Wichtig ist, dass Ihr die Art und Weise unterstützt, wie es der jeweils andere Elternteil macht und gestaltet, damit die Kinder nicht in Loyalitätskonflikte kommen sondern sehen: Ah, Mama mag es, wie es Papa macht und Papa schätzt es, wie es Mama macht.
Tipp 2: Lobt einander vor den Kindern
Wenn die Kinder sehen, dass die Eltern einander schätzen, schenkt man ihnen eine Basis der Wertschätzung und der Achtung. Für Eure Kinder seid Ihr Superhelden. Seid es auch füreinander.
Tipp 3: Schätzt Unterschiede, anstatt sie zu kritisieren
Es passiert schnell, sich auf Unterschiede zu stürzen und sie immer wieder zu betonen. Aber ist es nicht toll, dass Ihr so verschieden seid? Nutzt die Unterschiede als Ressource, das macht Euch gemeinsam unschlagbar.
Tipp 4: Let’s talk about sex (and money)
»Über Geld spricht man nicht« oder »Ein Gentleman genießt und schweigt« sind Sprichwörter, die unter Umständen eine gewisse Berechtigung haben mögen – aber nicht in einer Paarbeziehung. Da solltet Ihr unbedingt ins Gespräch kommen: Was bedeutet Geld für Euch? Und was Sex? Beides ist nämlich nicht immer so eindeutig, wie man zunächst glauben könnte.
Tipp 5: Denkt an den Käfer
Nein, nicht das Insekt, sondern das knubbelig-sympathische Auto von, richtig: VW. Immer, wenn Ihr einen Vorwurf machen könntet, formuliert stattdessen einen Wunsch: von V zu W. (Den Begriff VW-Regel hat der Therapeut Manfred Prior geprägt.)
Tipp 6: Danke für die Blumen
Macht einander Komplimente, auch für die kleinen Dinge. Unser Hirn ist so programmiert, dass es auf Kritik in der Regel viel stärker reagiert als auf Lob. Deshalb: macht Euch gegenseitig mindestens 5 Komplimente am Tag.
Tipp 7: Regelmäßige Updates
Nicht nur Eure Smartphones, auch Eure Beziehung sollte regelmäßige Updates erhalten. Nehmt Euch Zeit dafür und fragt Euch: Wo sind wir gerade? Wo wollen wir hin? Wie geht es uns dabei?
Tipp 8: Wisse, welches Tier Du bist
Wir haben in unserer Arbeit die Idee der Konflikttiere etabliert: Igel: Rollt sich ein und schweigt. Wildschwein: Rennt und poltert drauflos, so dass Matsch in alle Richtungen fliegt. Eule: Sucht nach einer Lösung, bevor der Streit überhaupt richtig losgeht. Natter: Wartet auf die richtige Gelegenheit und beißt eiskalt zu. Wenn Du weißt, dass Du eine Lösungs-Eule bist und Dein:e Partnerin ein stürmisches Wildschwein, streitet es sich gleich mit mehr Verständnis.
Tipp 9: Rock’n’Rolle
Frage Dich ab und zu: Welche Rolle hast Du in Deiner Beziehung, Deiner Familie? Magst du Deine Rolle? Was würdest Du gerne abgeben? Was gefällt Dir an Deiner Rolle? Wie kannst Du sie gestalten? Welche Rolle möchtest Du verlassen? Und wie kannst Du etwas dafür tun?
Tipp 10: Feiert Feste, wie sie fallen
Ihr habt so viel um die Ohren, dass es ewig her ist, dass Ihr Zeit als Paar hattet? Aber wenn es soweit ist, muss es perfekt werden! Wie wahrscheinlich ist das? Nicht sehr, oder? Nutzt also die winzigen Freiräume, wenn sie entstehen – selbst wenn dabei der Wäschetrockner piept und der Paketbote klingelt.
Tipp 11: Bewundert einander
Hat es Dich am Anfang fasziniert, dass er der lockere Surfertyp ist? Oder sie die scharfzüngige Intellektuelle? Und jetzt nervt Dich, dass er alles herumliegen lässt? Oder sie an allem herumkrittelt? Dieselben Eigenschaften, die wir bewundert haben, können uns nach einer Weile nerven. Versucht, Eure Bewunderung füreinander wieder zu entdecken.
Tipp 12: Sprecht über Eure Träume
Das Alltagsleben mag anstrengend sein, aber es gibt da noch diese paradiesischen Träume: Das einsame Haus am Meer. Oder doch der Künstler-Loft in der Großstadt? Sprecht über Eure Träume und prüft, ob sie kompatibel sind. Viele Eurer Alltagskonflikte könnten ihre Wurzel in unterschiedlichen Visionen für die Zukunft haben.
Eine gute Partnerschaft in der Elternschaft braucht Aufmerksamkeit, Geduld und gegenseitige Wertschätzung – aber sie ist möglich! Die kleinen Gesten, das offene Gespräch und das bewusste Miteinander summieren sich zu einer starken Verbindung, die Euch als Paar trägt und Euren Kindern Sicherheit und Liebe schenkt. Mit ein bisschen Zuhören, Wertschätzung und gemeinsamen Lachmomenten bleibt Ihr ein unschlagbares Team. Probiert die Tipps aus, nehmt Euch die kleinen Pausen füreinander – und denkt daran: Wer zusammen lacht, meistert alles, sogar den Wäscheberg und das Chaos im Kinderzimmer.
Die Tipps gefallen Euch? Dann kommen hier noch Hinweise, die Euch vielleicht interessieren.
Good to know:
Webseite der Paarcoaches: www.goldfarb-goldfarb.com
Buch: »Die 13 Beziehungswölfe« von Laura & Tobias Goldfarb
Tickets für die Buchpremiere in Berlin am 18.Februar 2026
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Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Laura & Tobias Goldfarb



